Donnerstag, 6. November 2014

jetzt hat er sich auf seine letzte Reise begeben, Jan Pierre van Ede aus Holland


2014: der Schlossbesitzer Jan Pierre van Ede ist gestorben

Am 1. November 2014 (Allerheiligen) starb der holländische Investor und Besitzer des Schlosses Weißig/Oßling daheim im Kreise seiner Familie.
Nun hat er sich auf seine letzte große Reise begeben. Wir werden oft an ihn denken müssen.




Als ich im Frühsommer wieder einmal allein um sein Schloss streifte, weil ich Fotos für mein Fotoarchiv anfertigen wollte, hielt auf der Dorfstraße neben mir ein großer Geländewagen an. Der Fahrer und van Ede Freund aus Weißig begann ein Gespräch mit mir und dabei wollte er wissen, weshalb ich fotografieren würde. In diesem Gespräch erfuhr ich erstmals, dass Jan Pierre schwer erkrankt sei. Plötzlich reiten sich alle meine Fotos der letztem beiden Jahr und die festgehaltenen Eindrücke wie Perlen auf einer Kette auf.
Ich glaubte zu verstehen, weshalb er mich nicht mehr anrief und weshalb auch keine Emails mehr von ihm eintrafen. Um so erschütterter war ich, als mir mein Gartennachbar Martin am Mittwoch einen Zeitungsbericht aus der SZ mit den Worten übergab, ich habe da eine sehr traurige Nachricht für dich.
Jan Pierre von Ede hatte noch so viel mit dem Schloß und im Schloß vor. Ewig bleiben mir die Gesprächsrunden mit ihm bei feinem Rotwein im Schatten der später gestutzten, alten Linden des Schlossgartens in Erinnerung. Aber auch die Gespräche am großen, runden Tisch im "Wohnzimmer" seines Schlosses bleiben es, wenn er kritisch mit seinen MITRUCKERN über die ausgebliebenen Erfolge eines zum Teil aufwendigen Events sprach. Viele von ihnen wanden sich später ab. Was sie wohl heute denken mögen?

Das Leben mischt urplötzlich die Karten neu. Nun baut sich in mir eine Spannung auf, wie es mit dem Schloß Weißig bei Oßling weiter gehen wird. Wenn es nach dem Wunsch des Schloßherren van Ede gehen würde, entstünde daraus ein "Gesundheits- und Seniorenzentrum in angenehmen Umfeld".



Ebenso gespannt bin ich nun darauf, wie die Kritiker des Schlossherren van Ede mit der neuen Situation umgehen werden. Es ist wohl ohne Zweifel viel einfacher, eigene Ideen über die Zukunft eines Schlosses zu entwerfen, wenn es bereits verkauft und damit unerreichbar geworden ist. Urplötzlich und durch die schlimmsten Umstände hervorgerufen, die man sich je denken kann, steht die Immobilie wieder zum Verkauf. Ob es den Strategen von damals gelingen wird, ihren niedergeschriebenen Ideen und Vorstellungen zum Schloß Weißig Leben einzuhauchen? Wir werden es sehen und erleben. Jan Pierre van Ede schaut ganz sicher von da oben auf all diese Menschenkinder da unten im kleinen Weißig herab und kommentiert das Geschehen mit seinem ihm eigenen Humor und seinem einnehmenden Lächeln. Dabei wird er es mit einer seiner weltmännischen Gesten abtun, dass es den Machern der Weißig Internetseite bis heute nicht gelungen ist, über seinen plötzlichen Tod nur eine kleine Nachricht zu veröffentlichen.
Gerne würde ich passend zum aktuellen Thema des Schlosses ein Bild des holländischen Malers Anton Pieck zeigen. Leider besitze ich keins davon und so schließe ich meinen Beitrag von heute mit einem Detail aus dem Schloss Weißig Garten des Jan Pierre van Ede.



(Inschrift auf der Grabplatte des Ernst von Zehmen, 1875 - 1912, Dresden)
1. Brief des Johannes, Kapitel 4.16.

Gott ist Liebe und
wer in der Liebe bleibt,
bleibt in Gott und
Gott bleibt in ihm.


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